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Psalmlied/Vergänglichkeit Noch ehe die Sonne am Himmel stand GL 898
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2010

5. Delegiertenversammlung am 12. März 2010

Am 12. März 2010 fand die 5. Delegiertenversammlung des Cäcilienverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf der Liebfrauenhöhe in Rottenburg-Ergenzingen statt, zu der sich 46 Dekanatssprecher und Vertreter des DCV-Vorstandes trafen.

Nach dem gemeinsam gesungenen Stundengebet und der Begrüßung durch Vizepräses Klaus Rennemann und Weihbischof Dr. Johannes Kreidler referierten Dekanatskirchenmusiker Matthias Wolf und dessen Ehrenchorvorstand Josef Gretz aus Bad Schussenried im Dekanat Saulgau über das 1. Thema „Gute Chorproben ziehen neue Chormitglieder an“
Die Ausführungen von Herrn Wolf und Herrn Gretz zeigten, dass durch das hohe Engagement und die gute Vernetzung der Strukturen eine gute Chorarbeit gelingen kann. In Stichworten sind hier die wichtigen Punkte aufgeführt. Manche Dinge hängen sicher von der Persönlichkeit des Chorleiters und den Strukturen, die vor Ort herrschen, ab, so dass diese Stichworte vor allem als Anregung für die eigene Arbeit gesehen werden können.
Hohes Engagement des Chorleiters und der Chormitglieder / gute musikalische Vorbereitung / Chorleiter bestimmt die Chorliteratur / Chorleiter kehrt mit ein / gute gewachsene Gemeinschaft, die wichtiges Anliegen ist / 1-2tägige und jährlich stattfindende Ausflüge / Präses unterstützt die Chorarbeit / 5 Chormitglieder sind im Kirchengemeinderat / der Chor steht neben Gottesdienstgestaltung und jährlichem Konzert auch in der Öffentlichkeit bei weltlichen Auftritten / an allen hohen Festtagen sind Messen mit Chor und Orchester möglich, weil ein eigenes Laienorchester vorhanden ist / weiter gibt es eine Jugendband die Familiengottesdienste und NGL begleitet / Sänger werben neue Chormitglieder.
Der Chor & das Orchester Sankt Magnus in der rund 7000 Einwohner zählenden Stadt Schussenried hat zur Zeit 75 Mitglieder, die von Klassik bis NGL alles singen, die Alterstruktur reicht von 12 bis 73 Jahre.

Zum 2. Thema „Kleiner Chor ganz groß“ trug Domkapellmeister Martin Dücker aus Stuttgart fundiert aus seinem Erfahrungsschatz wertvolle Anregungen aus der Praxis – für die Praxis vor. Ihm ist es wichtig, dass liturgische Musik variantenreich gesungen wird. Z.B. hat jeder gemischte Chor mindestens 3 Klangfarben (Frauenstimmen alleine, Männerstimmen alleine, Frauen/Männer gemeinsam). Werden die Stimmen geteilt und an verschiedenen Orten aufgestellt (Empore/Chorraum) sind es schon 6 Klangfarben mit denen Chorwerke interessant gestaltet werden können. Es müssen keine schweren Motetten sein, auch leichte Chorliteratur gewinnt so an Ausdruck. Viele Lieder rufen danach den Raum mit einzubeziehen. Man soll keine Scheu haben, den Chor zu teilen/zu dritteln und diesen neben der Empore auch im Treppenhaus, in der Sakristei als „Echochor“ zu platzieren (z.B. bei GL 135). GL 138 „Vom Himmel hoch“ erzählt eine Geschichte. Als Dramaturgie des Liedes kann die 2. Strophe nur von einer Stimme gesungen werden, zu der sich in den weiteren Strophen weitere Stimmen hinzugesellen. Die Lieder GL 186 „Es sungen drei Engel“, GL 183 „Wer leben will wie Gott...“, GL 270 „Kommt herbei“, GL 278 „Ich will dir danken“ können doppelchörig z.B. von Kinderchor und Kirchenchor gesungen werden. Bei GL 815 „Singt dem König Freudenpsalmen“  könnte der Kinderchor singen zu dem eine Überstimme (Deskant) hinzutritt, so wird auch die 4. Str. (aus der Kinder Mund erschallet…) sinnfällig verdeutlicht. Auch ein Blick über unseren Tellerrand in Gesangbücher der evangelischen und ev. Methodistischen Mitchristen ist eine Fundgrube für weitere Strophen (z.B. GL 614  im EG 6-strophige Fassung, GL 457  im EG 4-strophige Fassung).

Anhand eines dreistimmigen Chorsatzes von Ottmar Faulstich zu GL 167 „O höre, Herr, erhöre mich“ zeigte Dücker an den sieben Strophen auf, dass jede Strophe anders klingen kann, wenn das „Setting“ geändert wird. Nicht jede Strophe dreistimmig singen, sondern z.B. die Melodie zunächst von Männern alleine, dann von Frauen alleine, dann die Begleitstimmen ohne Melodie singen etc. Dies setzt eine gute Planung voraus, die sich aber durch den gewonnen Klangreichtum und die Vielfalt mehr als nur „entschädigt“.
Kleinere und sehr kurze Chorwerke, können als „Kehrvers“ oder „Antiphon“ Verwendung finden. Am Beispiel Bruckners „Christus factus est“ aus der Messe zum Gründdonnerstag, zeigte Dücker, dass durch das Hinzufügen von 2 Scholaversen aus der kleinen Motette eine große Form entsteht. Eine Literaturliste und das „Setting“ für den Chorsatzes zu GL 167 ergänzten den Vortrag. Siehe Literaturhinweise und Setting am Ende der Seite.

Krankheitsbedingt konnte Dekanatskirchenmusiker Matthias Ankenbrand zum 3. Thema Seniorenchor! „Altes Eisen“? nicht referieren. Regionalkantor Karl Echle hat Ankenbrands Referat vorgetragen. Die Grundzüge des Referates basieren auf dem Bericht in den KMM 125, November 2008 S. 13. Siehe Artikel "Seniorenchor. Altes Eisen?" am Ende der Seite

Aus der Arbeit des Cäcilienverbandes

Rückschau/ Ausblick
Eine Rückschau und einen Ausblick auf die Aktivitäten des DCV gab Pfr. Klaus Rennemann, Vizepräses des DCV. Siehe Bericht des Vizepräses am Ende der Seite.

Geschäftsführer Matthias Heid stellte im Finanzbericht Ein- und Ausgaben vor. Der Kontostand des DCV konnte über die letzten 3 Jahre stabil gehalten werden. Erhöhte Ausgaben konnten durch Mehreinnahmen bei Notenverkäufen aus dem DCV-Bestand und durch einen projektbezogenen Zuschuss seitens des Ordinariates zur Singwoche ausgeglichen werden.

Wahlen
Nach vier Jahren Amtszeit standen Neuwahlen für die Vertreter der Präsides, Chorvorstände und Chorleiter im DCV-Vorstand an.
Im Amt wurden bestätigt:
für die Präsides:
Pfr. Meinrad Herrmann aus Schramberg
für die Chorvorstände:
Franziska Hahn aus Rottenburg
für die Chorleiter:
Vincenz Krol aus Renningen

Die weiteren Vertreter, die bisher im Vorstand waren konnten aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter kandidieren.
Neu wurden gewählt:
für die Präsides:
Pfr. Anton Gruber aus Donzdorf
für die Chorleiter:
Christine Geier aus Tübingen
für die Chorvorstände:
Tina Betz aus Baustetten.

Der Vorstand bedankt sich herzlich für die Übernahme des Amtes und freut sich auf die gemeinsame Arbeit in den nächsten vier Jahren.

Leider war die Zeit für den Austausch untereinander und für Anregungen und Kritik sehr kurz. Der DCV überlegt, ob die Delegiertenversammlung das nächste Mal Freitagabend beginnt und samstags mit dem Mittagessen endet. So wäre am Abend gute Gelegenheit für den persönlichen Austausch. Dieser Vorschlag wurde von den Delegierten positiv aufgenommen.
In Stichworten einige Punkte, die trotz der knappen Zeit angesprochen werden konnten:
- Immer größer werdende Seelsorgeeinheiten überlasten die Geistlichen, so dass ganz wenig Zeit zur Kommunikation zwischen kirchenmusikalisch Aktiven und Hauptamtlichen zur Verfügung steht, das sich nachteilig auswirkt.
- Wortgottesfeiern sprechen die Menschen wenig an. Die veränderte Form gegenüber der Messe löst Unsicherheit aus. Man fühlt sich nicht mehr „zu Hause“.
- Priester, die neu in eine Gemeinde kommen, mögen gewachsene Kulturen und Strukturen akzeptieren, und nicht gleich alles ändern wollen.
- Der Informationsfluss vom DCV soll weiter ausgebaut werden.
- Die Wiedereinrichtung des Titels DCV-Chordirektor wurde von den Präsides begrüßt
- Viele C-Kirchenmusiker wandern zur ev. Kirche ab, da sie dort eine höhere Vergütung erhalten. Wäre eine freiwillige Aufstockung der Gemeinde möglich, um die Musiker zu halten?
Nach der feierlich gestalteten Vesper lud der DCV zum Abendessen ein und bereichert und gestärkt fuhr man wieder in die Heimatdekanate.

Downloads

 

Literaturhinweise und Setting

dcv-drs_delegiertenvers2010thema2.pdf

Seniorenchor. Altes Eisen?

dcv-drs_delegiertenvers2010thema3.pdf

Bericht des Vizepräses

dcv-drs_delegiertenvers2010berichtpraeses.pdf

Delegiertenversammlung 2010 vollständiger Bericht

dcv-drs_delegiertenversammlung2010.pdf

Letzte Aktualisierung: 7.4.2015, 20:46 Uhr