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2011

Chortage für Junge Chöre 2011

Chortage für Junge Chöre

auf der Liebfrauenhöhe (Rottenburg-Ergenzingen)

vom 03. Juni bis 05. Juni 2011

mus. Leitung Marianne Aicher, Herrenberg und Marita Hasenmüller, Friedrichshafen

dcv_flyerchortage2011web.pdf

Gott sei's getrommelt und gepfiffen!
Das Chorwochenende für Junge Chöre 2011

Voller Einsatz für vielseitige Leute war vom 3.-5. Juni 2011 beim Chorwochenende für Junge Chöre des Cäcilienverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart gefragt. Zum zweiten Mal nach dem gelungenen Auftakt im Vorjahr machten sich über 110 Chorsängerinnen und -sänger aus der Region – und auch von weiter her – am Freitagnachmittag gespannt auf den Weg. Ziel war diesmal das Bildungshaus der Schönstatt-Schwestern auf der Liebfrauenhöhe in Rottenburg-Ergenzingen. Dort wurden die Teilnehmer in der Tat von zwei besonders lieben Frauen erwartet, nämlich von Dekanatskirchenmusikerin Marianne Aicher aus Herrenberg und Kantorin Marita Hasenmüller aus Friedrichshafen als musikalische Leiterinnen. Aber weil man mit Liebsein allein bekanntermaßen nicht weit kommt, brachten die beiden auch die nötige Portion Engagement, Beharrlichkeit und Motivationsfähigkeit mit, um mit den Teilnehmern das angesteuerte Ziel zu erreichen, nämlich eine begeisternde und mitreißende Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes vor Ort. Auf dem Weg dorthin wurde vieles geboten: vor allem intensive, aber immer kurzweilige Proben bis weit in die Abendstunden hinein, und sozusagen am Wegesrand immer wieder als kleine Schmankerl unkonventionelle Einsing- und Aufwärmübungen, die für gute Laune sorgten.  

'Hier in diesem Haus – ist man erst drin dann kommt man gar nie mehr raus': Dieses Lied bildete den  'Opener' am Freitag, und man wollte recht bald das 'kommt' durch ein 'will' ersetzen. Trotz der knappen Zeit war das Leitungsteam cool genug, am Freitagabend mit einigen eigens dafür zu lernenden Liedern ein Wandelgebet anzubieten. Mit der Kirche als Ausgangs- und Zielpunkt ging man singend und bei Kerzenschein über das Gelände, begleitet durch die Impulse und Denkanstöße des geistlichen Leiters Pfarrer Klaus Rennemann an mehreren Stationen. Besonders beeindruckend war die Bildung eines Klangtunnels, bei dem die Teilnehmer singend/summend und paarweise gegenüberstehend eine lange Reihe bildeten, durch die die jeweils letzten dann hindurchgehen durften – eigentlich ganz einfach, aber sehr wirkungsvoll. Probieren Sie es doch selbst mal aus, wenn Sie mal wieder mit hundert Leuten unterwegs sind...              

Getrommelt und gepfiffen wurde in der Tat auch: einige zu Überstunden bereite Chormitglieder lernten mit Frau Hasenmüller in den Pausen ein Body-Percussion-Stück – also ein Stück bei dem der eigene Körper als Klanginstrument benutzt wird: Klopfen, Klatschen, Stampfen, Pfeifen, Schnippen, eigentlich ist alles erlaubt, außer … Singen! Das besagte Stück wurde in vier Gruppen kanonartig eingeübt (ich hoffe, man versteht was ich meine ...) und wurde im Gottesdienst an Stelle eines Antwortgesangs vorgetragen, sehr zur Freude und Verblüffung der Kirchenbesucher.  

Aber was gab's eigentlich sonst so zum Sonntagsgottesdienst? Das erhebende 'I will Sing with the Spirit' von John Rutter und das lateinamerikanisch-flotte Sanctus ('Santo es el Señor') aus der 'Misa de Solidaridad' (Bolivianische Partnerschaftsmesse) von Thomas Gabriel mit sehr hübschem Soloeinsatz der ansonsten als Stimmbildnerin an der Freizeit mitwirkenden Anja Zirkel; ein löwenstarkes Gospel über die biblische Geschichte von Daniel, das mitreißende 'Gloria Festiva' von Emily Crocker, das getragene 'Gott öffne meine Augen' von Gregor Linßen, und den zeitlosen hebräischen Kanon 'Shalom Chaverim'. Und last but not least natürlich die Stücke 'Mich zu bekennen' und 'Das Leben zu lieben' aus der Feder von Marita Hasenmüller 'herself', deren fester Glaube an einen toleranten Gott bei so manchem Teilnehmer die Angst vor Fehlern deutlich gelindert hatte. Weihbischof Dr. Hans Kreidler und Pfarrer Klaus Rennemann, die gemeinsam die Messe zelebrierten, brachten sich auch musikalisch ein und sangen dem Anlass entsprechend das Hochgebet in der Fassung von Norbert M. Becker. Zum Abschluss zog der Chor mit vielstimmigem 'Caminando Va' (etwa: 'Mach dich auf den Weg') aus der Kirche aus und versammelte sich zu einem stimmungsvollen 'Ending' im Innenhof.

So, und wer jetzt richtig mitgezählt hat, der kommt auf fünf verschiedene Sprachen, in denen gesungen wurde: Deutsch, Englisch, Spanisch, Lateinisch und Hebräisch. Hinzu kommt noch als sechstes die französische Version des Taizé-Gesanges 'Im Dunkel unserer Nacht' ('Dans nos obscurités'), die Marianne Aicher am Freitagabend sozusagen als Vorgeschmack ins Wandelgebet mit einbaute. Wie gesagt: Vielseitigkeit war das Gebot der Stunde. Die klassische Chormusik wurde aber auch nicht ganz vergessen: 'Aller Augen warten auf Dich Herre' von Heinrich Schütz wurde anstelle des Tischgebets gesungen, wodurch der Schreiber dieser Zeilen jetzt endlich auch dieses Stück gelernt und damit eine deutliche Bildungslücke geschlossen hat. Herzlichen Dank - natürlich nicht nur dafür! -  an Matthias Heid, den organisatorischen Kopf des ganzen Wochenendes.

Natürlich gab es auch diesmal wieder einen Klosterkeller, in dem man die wenigen Stunden zwischen abendlichem Probenende und Frühstück zubringen konnte, wobei manche aufgrund der milden Abende die frische Luft und die vergleichsweise Ruhe des Innenhofes vorzogen.

Am Ende stand die bemerkenswerte Feststellung, dass es diesmal tatsächlich geschafft wurde, das ganze ursprünglich geplante Programm auch wirklich zu erarbeiten, ohne Streichung oder Kürzung. Eine beachtliche Leistung sowohl der Leitung als auch der teilnehmenden Sängerinnen und Sänger. Eigentlich wäre es schön, man könnte noch einige Zeit zusammenbleiben und mit einem solchen Gottesdienst-Musikprogramm auf eine kleine Tour durch weitere Kirchen und Gemeinden im Land gehen, denn das erarbeitete Programm hätte das Potenzial, noch viel mehr Gottesdienstbesucher zu begeistern. Ein Gedanke, dem natürlich tausend praktische Gründe im Wege stehen - aber man darf ja wohl mal ein bisschen träumen, nach so einem Wochenende ...

Chortage2011_Bericht.pdf

Letzte Aktualisierung: 18.5.2015, 15:20 Uhr