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2008

Diözesanchorfreizeit 2008

Zum 8. Mal Diözesanchorfreizeit im Franziskanerinnenkloster Reute

Es ist Gottesverehrung, wenn Menschen eine Woche lang sich zum Singen von Messgesängen begeistern lassen, die an sphärische Klänge erinnern, wie sie in der Missa solennelle von Louis Vierne vorkommen. Sinngemäß mit diesen Worten fasste der Vizepräses des Cäcilienverbandes, Pfarrer Klaus Rennemann, in der Predigt des Abschlussgottesdienstes die Chorfreizeit zusammen, die am letzten Oktoberfreitag nach sechs Tagen zu Ende ging und über 135 Sängerinnen und Sänger der Diözese Rottenburg-Stuttgart im oberschwäbischen Kloster Reute zusammengeführt hatte. Musikalisch gestaltete diesen Abschlussgottesdienst der Chor mit der genannten Messe in cis-Moll op. 16 und als fulminanten Schlusschor mit dem  Psalm 150 von César Franck, einem der Lehrer des Komponisten der Messe. Zum Graduale erklang der erst beim Einsingen einstudierte Chorsatz „Gott spricht uns zu sein schönstes Wort…“ von Barbara Kolberg, der im Eigenteil Freiburg/Rottenburg des neuen „Gotteslob“ enthalten sein wird.

Damit sind auch schon zwei Hauptstücke der einwöchigen Probenarbeit benannt, die von der Dekanatskirchenmusikerin Marianne Aicher aus Herrenberg und dem Regionalkantor Karl Echle aus Freudenstadt bestimmt war. Hinzu kam noch als drittes Hauptwerk der Hymnus „Hör mein Bitten“ nach dem 55. Psalm von Felix Mendelssohn-Bartholdy für Sopran und vierstimmigen Chor. Möglich wurde diese Aufführung durch die Teilnahme der Sopranistin Ursula Wiedmann aus Hechingen, die auch als Stimmbildnerin bei der Chorfreizeit mitwirkte.

Diese Werke bildeten außerdem das Programm für das Werkstattkonzert, das in der 75 Jahre alten expressionistischen St. Canisius-Kirche in Friedrichshafen am Donnerstagabend aufgeführt wurde, und das durch Orgelstücke von Théodore Salomé und César Franck, gespielt von Georg Hasenmüller aus Friedrichshafen, ergänzt wurde. So war das Programm weitgehend eine Ehrerweisung an französische Kirchenmusik, weshalb der Chor den Psalm 150, den letzten aus dem Buch der Psalmen, mit Freude in französischer Sprache sang und der in seiner ganzen Ausdrucksform manchen Sänger an die französische Nationalhymne erinnerte.

Damit aber noch lange nicht genug; denn zum Programm der Woche gehörten neben dem Abschlussgottesdienst noch drei weitere Gottesdienste mit Pfarrer Rennemann, die musikalisch mitgestaltet wurden: eine Vesper am Sonntag, ein Luzernarium am Montag und ein Morgengebet am Mittwoch, wobei klassische Chorsätze („Freu dich du Himmelskönigin“ in einem Satz von Hermesdorff, „Wie durch einen der Tod“ von Händel, „Alles was ihr tut“ von Buxtehude) und modernes Liedgut („Im Dunkel unsrer Nacht“, „Wenn ich alle Sprachen“ von Markus Pytlik, „Wenn einer alleine träumt“ von Ludger Edelkötter und „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“ von Thomas Gabriel) gesungen wurden.

Ergänzt wurde dieses ganze Programm – dem „Paulusjahr“ entsprechend – durch tägliche Impulse über den Apostel von Pfarrer Rennemann und einen Vortrag am Dienstagabend zu „Paulus in Bildern und Texten“ von Frau Margret Schäfer-Krebs vom Institut für Fort- und Weiterbildung unserer Diözese.

Über und mitten drin in diesem ganzen Programm stand mit Matthias Heid der Geschäftsführer des Cäcilienverbandes, der nicht nur alles organisierte, sondern auch als Chorleiter und Begleiter an Klavier und Orgel fungierte und in die Probenarbeit eingebunden war. Zu seiner Organisation gehörte auch die Fahrt zum Konzert nach Friedrichshafen mit vorausgehender wahlweiser Besichtigung der Schlosskirche bzw. des Schulmuseums einschließlich einer Kaffeepause. Mit Matthias Heid waren Marianne Aicher und Karl Echle die Garanten dafür, dass sich die teilnehmenden Kirchenchormitglieder aus allen Regionen der Diözese für ein umfangreiches und vielfältiges Programm begeistern ließen. Manche Teilnehmer gestanden am Schluss, dass ihnen nach eineinhalb Tagen schwindlig gewesen sei ob der Programmfülle, aber nach erfolgreicher Bewältigung dieser Fülle sagten sie dies mit Stolz. Die reiche Motivationskunst beim Einsingen und die überzeugende Chorarbeit der Chorleiter ermöglichten den Erfolg, wobei es für die Teilnehmer wieder wie schon Jahre zuvor interessant war, zusammen mit dem allseits fröhlichen Matthias Heid die temperamentvolle Marianne Aicher einerseits und den Ruhe ausstrahlenden Karl Echle andererseits erlebt zu haben, zwei unterschiedliche und dennoch gleichermaßen erfolgreiche Charaktere. Nach dem Abschlussgottesdienst konnte es nur viele Worte des Dankes und der Komplimente an Pfarrer und Chorleiter geben, aber auch an das für das leibliche Wohl sorgende Schwesternteam um Sr. Dagmar in den Bildungseinrichtungen des St.-Antonius- und Maximilian-Kolbe-Hauses der Franziskanerinnen von Reute.

Die 8. Diözesanchorfreizeit im Herbst 2008 – ein Erfolgsrezept? Ohne Zweifel ja, denn bereits eine Woche nach Versand der Einladungen waren rund 70% der Plätze gebucht. In den wenigen Jahren hat sich bereits ein großer Stamm von Teilnehmern gebildet. Für viele sind diese Herbsttage in Reute zum festen Jahresbestandteil geworden. Sie kommen aus Freude an der Kirchenmusik, zur eigenen musikalischen Bereicherung, zur Freizeitgestaltung, manche um neue Impulse zu bekommen. Sie kommen in Gruppen oder einzeln und finden Gleichgesinnte. Nach der Anmeldefrist gab es eine Warteliste, die nur durch Kapazitätsausweitung abgebaut werden konnte. Aber die Kapazität kann nicht weiter erhöht werden, muss eher wieder verkleinert werden. Trotz dieses Erfolgsrezeptes werden sich daher die Verantwortlichen Gedanken machen müssen um Wege zu finden, wenn neue Sänger nachrücken wollen, damit auch diese in den Genuss solcher Tage kommen können, um die wertvollen Impulse noch weiter zu verbreiten und um dadurch noch mehr Menschen diese Form der Gottesverehrung mit hoher Kirchenmusik zu ermöglichen.

Johannes Lang, Ehingen

dioezesanchorfreizeit-2008-bericht.pdf

dioezesanchorfreizeit-2008-presse-konzertbericht.pdf

Nachtruhe

zum Abschlussabend der Chorfreizeit, Reute 2008

Oh wie herzlich, -  wie brüderlich,
im Kloster gab´s ein Bett für mich.
Hab erst gemeint mein Schlafgemach
sei außerhalb der Muttersprach.

Wär ich hier nicht bei der Nonne,
dann wär ich drüben in der „Sonne.“
Doch kann ich hier, und das ist nett,
per Aufzug von der Bar ins Bett.

Gibt´s zum Vesper keine Zwiebel,
ist der Schlaf bei mir nicht übel,
wenn der Mond am Himmel rund,
dann träume ich viel Kunterbunt.

Normal da schlaf ich linkerhand,
kein Nachteil für den Ehestand.
Doch dann bei eins zwei Hopfen
verspüre ich ein kräftig Klopfen.

Ich meide diese herben Tücken,
dreh mich rüber auf den Rücken.
Jetzt hört ihr den Monarchen
grunzen und laut schnarchen!

Bin spät dann, mitten in der Nacht,
am eignen Schnarchen aufgewacht,
mein Atemrauschen hat gestockt,
mein  Sex-Appeal ist abgeblockt.

Der ersehnte Schlaf des Gerechten
in diesen hellen Mondesnächten
blieb leider noch nicht ganz konstant,
drum drehte ich mich rechterhand.

Hier, - kein Rheuma und kein Gicht,
kein Frauchen bläst  mir ins Gesicht,
keine Schnake sticht in den Nacken,
der Schlaf ist bestens auf dem Laken.

Sodann, die ausgeprägten Zeitenkräfte
beherrschten meine Sinnesmächte
und gewährten mir, oh dass man wisse,
eine weite, schöne Traumkulisse.

Wie Lobgesang, wie ein Gedicht
so äußert sich mein Traumgesicht.
Von großen Künstlern war ich umgeben
und sah am Himmel Engelein schweben.

Im kleinen Saal, vorn am Klavier
saß der große Meister mit Gespür.
Ich schaute näher hin und tatsächle,
es war unser Bezirkskantor Echle.

Er macht den Sänger fit, robust,
beklatscht die Beine und die Brust,
die Arme kreisen um den Nacken,
die Hände sie streicheln die Backen.

Hab doch Geduld, oh liebste Fee,
dieses hochmusikalische a, be, ce
stärkt den Kehlkopf und die Lunge
und es lockert Mund und Zunge.

Abgekämpft wie Frontsoldaten
strömen sie all zum Automaten,
nehmen dort dann ohn Gemenk,
ein Kehlkopfberuhigungsgetränk.

Dann geht’s weiter aber rasche,
vergeßt nicht eure Notentasche.
Wie schön, wie echt, wie schlicht,
erleb ich doch mein Traumgesicht.

Reinhold, Edgar, Bernd und Kalle,
alle gehn zur großen Halle.
Jetzt wird alles klingend reicher,
Echle hechelt mit der Aicher.

Denk nicht zurück an deine Ahnen,
Apfel, Ananas, Kiwi und Bananen
und allerhand Grimmassen, Faxen,
das bietet die Aicher zum Relaxen!

Der Chor in brachialer Euphorie
schrie: Marianne, Mariann, Marie!
Na gut, Sangeskunst in allen Ehren,
ich mag aber keine Stachelbeeren!!

Nach dieser klassischen Tortur,
was macht der Sänger Kugelfuhr?
Sie gehen mit geputschter Psyche
zum Speisesaal dort bei der Küche.

Gott sei´s gesegnet lieber Christ,
die Suppe wird schon aufgetischt.
Wie fein sie schmeckt, oh Annegret,
zuerst spricht man ein Tischgebet.

Man lernt kennen Hinz und Kunz,
die Schwestern sorgen sehr für uns,
die Speisen sind bekömmlich, fein,
man kann auch haben Bier und Wein.

Kaffee und Kuchen mag ich sehr,
obwohl der Gürtel spannt prekär.
Aber ich steh nicht auf die Waage,
ei, das verschlechtert meine Lage.

Wie bei meinen Anverwandten,
sitz ich unter Kaffeetanten,
fühle mich wie Cherubim,
atme feinen Duft - Parfüm.

Das Sängerherz führt keine Klag,
es tönt voll Freud am Nachmittag,
es geht voll Andacht zur Kapelle,
der Präses liest die Paulusnovelle.

Zwischen allem Sang und Klang
sucht mancher Rat bei Wiedemann.
Dort strecke ich den Mund weit auf,
versuch zu atmen durch den Bauch.

Oh denk Dir liebes Käthchen
„Erlaube mir feins Mädchen“
hat sie letztes Jahr gesungen,
so schön ists mir noch nie gelungen.

Am Mittwoch wurde noch gefeilt,
und heute haben wir uns geteilt
in einen langen und kurzen Bus,
und kutschierten zu St. Canisius.

Ihr Sängerleut, bei meiner Ehr,
s´war köbelig am Schwabenmeer,
im schönen Backsteinbau ein Klang,
weitaus besser wie Werkstattgesang.

Die Cis-Moll-Messe a la Solenelle
war doch ganz großartig, jo gell!
Dann diese Solostücke der Furoren
warn Hochgesang für meine Ohren.

Oft spät am Abend, in der Nacht,
da wurd im Keller noch gelacht,
an manchen Tischen ein Geschnarre,
es fehlt die Frau mit der Gitarre.

Ins Körbchen gibt man ein paar Heller,
nimmt in Empfang den Muskateller,
genüsslich lehnt man sich zurück,
schlägt zum Sangesfreund ne Brück.

Ihr Sängerleut, verzeiht, verzeiht!!
Mein Traum ist längst die Wirklichkeit!           
Das Team auf das ich mich so freute,
war wieder großartig tätig in Reute.

In der Gewölbenische seh ich grad
den Chefmusiker von Immenstaad
und dort am runden Tische sitzen
wieder die Allgäuer Sängerspitzen.

Liebe Leut, es ist doch ein großer Segen,
dass wir Konrad haben als Chefstrategen.
Er tut auch immer tolle Beiträge bringen,
z. B. die „Apokalypse von Dellmensingen.“

Und denkt nur – welch ein Wahn,
die Ministerin Annette Schavan
befindet sich in unseren Reihn!
Mein Gott, sie wird es doch auch sein?

Bildung kann sie uns nicht mehr kreieren,
was soll´s, wir lassen sie weiter regieren.
Ihr Haar ist blond und ihr Wesen heiter,
die Gaststätte, oh ja, betreibe sie weiter!

Ja ja, die Chorfreizeit vom Cäcilienverband
war wieder ganz große Klasse, wie ich fand.
Auch Carolin, Monika, Rita, Inge, Elli und Peter
waren wieder recht frohgemut und ohn´ Gezeter.

Ihr liebe Leut, ihr wisst doch Bescheid,
organisiert hat das alles Matthias Heid.
Er war Dirigent, Organist und Organisator,
kurz gesagt; ein Glücksfall für den Chor.

Statt zu dösen, sich zu grämen und grüben,
konnte man dieses Jahr schon zuhause üben.
Alle Initiatoren verdienen wirklich Applaus!
Ich wünsch noch einen schönen Abend
                                     in diesem Haus.

Schlier/ Reute den 30.10.2008
Josef Dörflinger

Letzte Aktualisierung: 18.5.2015, 15:09 Uhr