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Psalmlied/Kanon Lobe den Herrn, meine Seele GL 838
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2011

Diözesanchorfreizeit 2011


Die Diözesanchorfreizeit 2011

im Kloster Reute (Bad Waldsee)
vom 1. Nov. 2011 bis 6. Nov. 2011
(mus. Leitung : Sylvia und Roman Schmid, Geislingen)

Cantate und Jubilate in Reute

Seit 2000 Jahren singt die Kirche die damals schon 1000 Jahre alte Psalmen. Wenn man bei diesen Gesängen überhaupt das Wort populär gebrauchen darf, dann kann man es sicherlich auf die Psalmen 98 und 100 anwenden, denen die Worte Cantate und Jubilate entnommen sind. „Singt dem Herrn ein neues Lied“ und „Jubelt, jauchzt und singt“ – wer kennt die Zahl und Namen all derer, die diese Psalmverse schon vertont haben? Wer kennt die Zahl der Chöre, die sich danach benennen, wer kennt die Zahl der jemals gesungenen Konzerte mit diesem Motto?

Drei Cantate-Kompositionen und eine Jubilate-Vertonung bildeten den Mittelpunkt des Chorprogramms der Diözesanchorfreizeit im Kloster Reute 2011. Mit Théodor Dubois, Giuseppe Pitoni, Vytautas Miskinis und Christopher Tambling aus Frankreich, Italien, Litauen und England waren Komponisten aus vier europäischen Ländern vertreten. Ein Kyrieeleison von Felix Mendelssohn-Bartholdy und ein Alleluja von Agripino Nonoy V. Diestro von den Philippinen ergänzten das Programm. Gerade dieses Alleluja war mit seinen verschiedenen Tempi und wechselnden Rhythmen die besondere Herausforderung an die 125 Frauen und Männer des Projektchores. Meditative Stellen wechseln mit popigen Motiven.
Im Internet ist dieser Chorsatz, gesungen von einem Chor aus Fribourg/Schweiz unter Leitung von Louis-Marc Crausaz, zu hören.

Kaum weniger anspruchsvoll war das deutsch gesungene „Make a joyful noise unto the Lord“, das „Jubelt, jauchzt und singt“ des Psalms 100 von Christopher Tambling. Hier mussten manche Intonationsschwierigkeiten erst überwunden werden. Das Cantate von Dubois ging eher in die Ohren und beeindruckt durch seine Fulminanz. Beim doppelchörigen Kyrie für 8 Stimmen von Mendelssohn-Bartholdy bemerkte man erst bei der Probe des Gesamtchores die Harmonieschwierigkeiten. Am ehesten ohrfreundlich ist das Cantate Domino von Guiseppe Pitoni, wobei dessen schwingender ¾-Takt aber erst sauber gemeistert werden muss. Eingängig und mit interessanter Rhythmik ist das eher bekannte Cantate Domino von Vytautas Miskinis, der aus Litauen stammt, einem der bekanntermaßen gesangsfreudigen baltischen Länder.

Cantate und Jubilate waren auch die Stichworte für Pfarrer und Vizepräses des Cäcilienverbandes, Klaus Rennemann aus Rottenburg-Ergenzingen, der nach einem Jahr Pause wieder die geistliche Begleitung übernommen hatte und sich dabei für seine täglichen Impulse und die Homilie beim Abschlussgottesdienst inspirieren ließ.

Neue Besen kehren gut und auch anders. Dieses geflügelte Wort gilt in diesem Falle dem Chorleiterehepaar Roman und Silvia Schmid aus Geislingen, für die die Chorfreizeit eine Premiere war. Für viele aus der Sängerschar brachten sie tatsächlich etwas Neues, nämlich die Choraufstellung. Dass die Männer in der Mitte standen, ist nicht mehr so ganz neu. Aber dass der Bass neben dem Sopran und folglich der Tenor neben dem Alt stand, war doch wohl etwas Besonderes. Roman Schmid wirkte hauptsächlich als Chorleiter, während seine Frau Silvia die Korrepetitorin und Klavierbegleiterin war, wohl weil sie, wie Roman selber bekannt gab, gerade mit Zwillingen schwanger geht. Wie bei einem Ehepaar nicht anders zu erwarten waren sie aber ein eingespieltes Team, in dem Roman mit seiner humorvollen, manchmal sogar clownesken Art eine wohltuende Fröhlichkeit in die Probenarbeit hereinbrachte, dabei dennoch höchste Konzentration der Sänger erreichte.

Weiterhin nahmen etliche Teilnehmer Tipps zur Atemtechnik, zur Mundstellung und zur Stimmführung von der Stimmbildnerin und Solosängerin Sylvia Blaser-Prigiel mit. Schritt für Schritt spürten so die Chormitglieder von Probe zu Probe mehr Sicherheit beim Singen, so dass über die Leistung beim abschließenden Gottesdienst am Samstag rundum Zufriedenheit bestand. Eine Konzertaufführung entfiel dieses Jahr angesichts der nur 4-tägigen Dauer, aber das war kein Nachteil für diese nun inzwischen 11. Diözesan-Chorfreizeit. Vielleicht bewirkte dies auch weniger Stress und Nervosität, vielleicht auch mehr Freizeitgefühl, wozu der Ausflug zum Hopfenmuseum nach Tettnang wesentlich beitrug.

Ein „neues Lied“ im engeren Sinne, nämlich zeitgenössische, sang die Chorgemeinschaft beim Allerseelengottesdienst aus „Erdentöne – Himmelsklang“. Auch für geübte Kirchenchorsänger sind diese neuen geistlichen Lieder nicht Alltag, und spontan mehrstimmig gesungen sind sie durchaus meditativ und eine Bereicherung. Kontrastreich konnten am nächsten Tag beim Gottesdienst dagegen die Sängerinnen und Sänger der Gesangskunst von Margot Sailer aus Wangen-Primisweiler und Meike Schmid aus Eislingen lauschen. Neue Lieder erklangen auch bei der Komplet, die im „Tauwerk“, einem umgebauten Versammlungssaal des Klosters, begann und nach einer Lichterprozession in der Kloster- und Pfarrkirche ihre Fortsetzung und ihren Abschluss fand.

Den Freizeitcharakter der vier Tage unterstrichen hat auch das fünfstimmige „Bierlied“, passend zum Hopfenmuseum. Von Melchior Franck stammt es aus der Zeit um 1600 und kam beim Bunten Abschlussabend in der klösterlichen Begegnungsstätte zum Vortrag, wo sonst an den anderen Abenden gemütliches Beisammensitzen angesagt war. An diesen Abenden gab es für diejenigen, die tagsüber noch nicht genug gesungen hatten, viel Gelegenheit zum Volksliedersingen. Denn wenn Lydia Sauter aus Wangen-Primisweiler in die Saiten ihrer „Klampfe“ schlägt, dann reihen sich Volkslieder und Schlager nahezu pausenlos aneinander. Doch das Bierlied war längst nicht der einzige Programmpunkt beim Bunten Abend, denn fast unzählige Sketchspieler, Rezitatoren, Sänger und Musiker traten wie schon in den vergangenen Jahren als Künstler auf. Nach einem Jahr Pause war auch Josef Dörflinger wieder dabei, dessen speziell gereimte Verse wieder mit Spannung erwartet wurden. Und wie reimte er doch gleich, unter anderem?

Lied siehe untenstehendes PDF.

Schlussendlich wurden die Dankesworte und Geschenkübergaben an alle Verantwortlichen von Eugen Wanner aus Erbach-Dellmensingen mit herzlichem Beifall bekräftigt. Doch kaum war dieser verklungen, kam schon die Frage nach der Terminierung im Jahre 2012. Matthias Heid blieb keine Antwort schuldig: Sonntag, 28.10. bis Mittwoch, 31.10. Er ergänzte: mit der Chorleiterin Ursula Jochim – und löste damit Freude aus.
Johannes Lang, Ehingen


Cantate_und_Jubilate_in_Reute_2011.pdf

Letzte Aktualisierung: 18.5.2015, 14:58 Uhr