
Der Klang der in die Seele dringt
Die Orgel - das Instrument mit dem längsten Atem der Welt - wurde bereits im 3. Jahrhundert vor Christus erfunden und ihre bewegte Vergangenheit ist eine Erfolgsgeschichte.
Seit der Gotik und der Renaissance entwickelte sich die Orgel zum Hauptinstrument der kirchlicher Liturgie und inspirierte Komponisten zu musikalischen Glanzleistungen.
Musiker aller Zeiten hoben die Orgel als Königin der Instrumente auf den Thron. Vermutlich deshalb, weil ihr außergewöhnlicher Klang die nicht fassbare Dimension des Unendlichen hörbar macht.
Über Jahrhunderte hinweg war die Orgel das einzige Instrument, dessen Tonumfang dem Hörspektrum des Menschen entsprach. Kein anderes akustisches Instrument kann tiefere oder höhere Töne erzeugen, ist Einzelstimme und Orchester in einem. Berührt es deshalb so tief in der Seele und regt die Sinne an? Die Menschen hatten und haben gute Gründe, die Orgel zur Ehre und zum Lob Gottes einzusetzen. Sie bildet die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart.
Orgeln sind Wunderbauten, Tempel, von Gottes Hauch beseelt
Johann Gottfried von Herder
Wie in keinem anderen technischen Gebilde, ergänzt und vereinigt sich Musik und Physik, Architektur und Mathematik, Kunst und Wissenschaft so vollkommen wie in der Orgel.

Jede Pfeifenorgel ist ein Individuum und kein Produkt von der Stange, denn sie wird für den Raum, in dem sie erklingen soll, ganz neu geschaffen. Dazu gehört das Äußere - der Orgelprospekt - ebenso wie das Innenleben. Jede Pfeifenorgel ist eine eigene Schöpfung.
Große, kleine, schlanke und gewichtige Pfeifen tragen zur Klangvielfalt einer Orgel bei. Aus diesem Grund wird sie auch als Spiegelbild der Gemeinde gesehen, die ja ebenfalls aus den unterschiedlichsten Persönlichkeiten besteht.
Kein anderes Instrument ist traditionell in dem Maße mit unserer Liturgie verbunden und wird den darin geforderten Ansprüchen derart gerecht. Eine Orgel kann in eindrucksvoller Weise bekundet, was der Konzilstext meint, wenn er betont: "Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben".
Eine Orgel ist kein Prestigeobjekt, sondern nüchtern betrachtet das, was das Wort Orgel (griech. organon = Werkzeug) im ursprünglichen Sinn bedeutet: Ein Werkzeug - ein Werkzeug, mit dessen Hilfe "die andere Welt" angedeutet werden kann, mit dem Gläubige zu Gott geführt werden können und das im wörtlichen Sinne "begeistert". Immer da, wo unsere Worte ins Stocken geraten, wo unsere Gedanken sprachlos werden, wird sie zur Verkünderin des Unaussprechlichen. In diesem Sinn will die Orgel uns eine Helferin sein, den Glauben weiter in die Zukunft zu tragen.
Zitate zur Orgel
"Die Orgel ist den Hörenden eine behutsame Predigerin und Missionarin, die tiefer in das Geheimnis Gottes hineinführen kann."
Karl Lehmann, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz

"Kein anderes Instrument bietet soviel Kosmos"
Antje Vollmer, Politikerin und Theologin
"Die Orgel ist ein wunderbarer, sehr menschlicher und daher nicht wegzudenkender Träger der christlichen Botschaft."
Egidius Braun, ehemaliger Präsident des Deutschen Fußballbunds
"Die spirituelle Dimension der Orgel trägt in sich die Kraft, Musik als Spiegel kosmischer Weisheit zu vermitteln und somit den menschlichen Weg in die Freiheit stützend zu begleiten."
Wolfram Graf, Komponist
"Orgelspielen heißt, einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren."
Charles-Marie Widor
"Für das Echte gibt es keinen Ersatz"