Startseite
Suchen Suche:
Psalmlied/Kanon Lobe den Herrn, meine Seele GL 838
Startseite







Ordnungen




Obermarchtal

Holzhey-Orgel Obermarchtal



Restaurierung der Holzhey-Orgel im Münster zu Obermarchtal

Das Prämonstratenser Reichsstift Obermarchtal gehört zu den bedeutendsten barocken Klosteranlagen Süddeutschlands. Durch ihre Harmonie und Schönheit beeindruckt sie schon rein äußerlich den Besucher. Versucht man jedoch noch etwas tiefer in das theologische Konzept und den Geist der Architekten und Baumeister einzudringen, entdeckt man in der gesamten Klosteranlage, angefangen vom Grundriss bis zu den Doppeltürmen des Münsters und den Fresken im Spiegelsaal, eine tiefe Symbolik, deren Botschaft die Jahrhunderte überdauert und auch uns herausfordert.

Im Mittelpunkt der Klosteranlage steht die berühmte Stiftskirche, die 2oo1 anlässlich ihres dreihundertjährigen Weihejubiläums zum Münster erhoben wurde.
Zur Kirche gehört eine der bedeutendsten Orgeln des weithin bekannten und hoch geschätzten Orgelbauers Johann Nepomuk Holzhey. Die Orgel wurde am Ende einer großen Epoche, vermutlich 1780, fertiggestellt. Ohne die Musik, welche die Orgel in ihrer ganzen Weite repräsentiert, wäre das Marchtaler Gesamtkonzept unvollendet geblieben. In seiner wissenschaftlichen Abhandlung über den oberschwäbischen Orgelbauer Johann Nepomuk Holzhey erwähnt Ulrich Höflacher die Tagebuchnotiz des Galler Bibliothekars Johann Nepomuk Hautinger, der 1784 Holzhey in Obermarchtal getroffen hatte. Hautinger schreibt: "Die zwei Orgeln, die große besonders, welche Holzhey oben aufsetzt, sind unvergleichlich schön, und die Zungen und die Flötenwerke darin mögen wohl ihresgleichen suchen." [1]

Die erfolgte Restaurierung dieser einmaligen Holzhey-Orgel, "die insbesondere durch die Maßnahmen der Jahre 1958/62 in ihrer Aussage empfindlich beeinträchtigt wurde" (Walter Hirt), ist im Zusammenhang mit der "Botschaft" des Münsters und der gesamten Klosteranlage zu sehen. Wenn der Orgel soweit wie möglich ihre ursprüngliche Klanggestalt und ihr musikalischer Farbenreichtum zurückgegeben werden soll, geschieht dies mit der Absicht, sie wieder in Einklang mit den geistigen und theologischen Grundlinien der Marchtaler Stiftskirche und der gesamten Klosteranlage zu bringen. Dazu einige Hinweise:

Die Grundsteinlegung der Marchtaler Stiftskirche "Peter und Paul" im Jahre 1686 fällt in eine Zeit großer Umbrüche und Verwerfungen. Aus einer Fülle von Aspekten dieser bewegten Zeit seien zwei genannt: die Glaubensspaltung und die Aufklärung. Mit beiden Strömungen setzt sich auch das theologische und künstlerische Konzept der Marchtaler Stiftskirche auseinander. Die erste tritt offen zu Tage und durchzieht wie ein roter Faden die Kirche; die zweite manifestiert sich indirekt im Gegenentwurf zur Aufklärung in der "kosmischen Liturgie".
Durch die Friedensunfähigkeit der Christen, die im Grauen des 30jährigen Krieges ihren Tiefpunkt erreichte, zerriss endgültig das gemeinsame Band des Glaubens, das die Völker Europas umspannte. In der Auseinandersetzung mit der Reformation ging es den Prämonstratensern um den sakramentalen Charakter der Eucharistie, wobei der Triumph ihres Ordensgründers Norbert von Xanten über seinen Gegner Tanchelin, der die Sakramente verwarf, zum leuchtenden Vorbild wurde.
Die Konzeption der Stiftskirche als "Wandpfeilerkirche" schuf nicht nur einen Festsaal Gottes, der im Unterschied zur friedlosen Welt die Schönheit des Himmels erahnen lassen sollte, sondern ebenfalls eine Reihe von Nischen für Nebenaltäre zur Feier der Eucharistie, die vor allem Märtyrern gewidmet sind. In einer religiös irritierten Zeit wurden sie als Vorbilder im Glauben verehrt, die am wahren Glauben bis in den gewaltsamen Tod festgehalten hatten.
Eine bei weitem größere und fundamentalere Herausforderung erwuchs den Klöstern und der Kirche durch die Geburt des neuzeitlichen Welt- und Menschenbildes, das mit seinem emanzipatorischen Grundwillen zur Freiheit die europäische Geisteswelt und Gesellschaftsordnung nachhaltig veränderte.
Seit der kopernikanischen Wende trat immer mehr das selbstbewusste, auf Autonomie bedachte menschliche Subjekt in den Vordergrund, das der Natur gegenübertrat und sie mit Hilfe der Naturwissenschaften zu unterwerfen suchte. Die Schöpfung verlor in dieser Subjekt - Objekt - Konstellation ihren Glanz als Spiegel der Weisheit und Schönheit Gottes. Geistesgeschichtlich kommt es zu einem "Paradigmenwechsel": Die Welt wird nicht mehr von Gott her verstanden, sondern aus sich selbst erklärt.
Dieses neue Selbstbewusstsein tritt mit dem Anspruch der "Aufklärung" auf, das die Gegnerschaft der Klöster hervorrief. Die "ratio", d. h. das "Licht der Vernunft", tritt zur Offenbarung in Konkurrenz. Abt Friedrich von Walter, der letzte Abt des Prämonstratenser Klosters Obermarchtal, schreibt in seiner Geschichte des Klosters: "Seit langer Zeit war geistlichen Stiftern von Freimaurern, Illuminaten und sogenannten Philosophen der Krieg erklärt" [2]. Diese Sicht ist bei weitem nicht der einzige Aspekt der Aufklärung. Sie entwickelte ein einzigartiges Bewusstsein für die Würde des Menschen und ihrer Schutzbedürftigkeit im Recht. Wahrgenommen wurde damals jedoch nicht dieser "ethische Humanismus", sondern hauptsächlich die existentielle Bedrohung.


Zum Verständnis dieser Epoche sei noch auf ein Phänomen hingewiesen, das bis in die Gegenwart reicht: Um den Eigengesetzlichkeiten der Wirklichkeit gerecht zu werden, kam es zunehmend im Namen von Freiheit und Autonomie zur Ausdifferenzierung und Verselbständigung der Lebensbereiche: z. B. die Trennung von Kirche und Staat, Glaube und Vernunft, Individuum und Gesellschaft, Familie und Ökonomie etc.
Heute geht man weit darüber hinaus. Der Pluralismus der Moderne scheint alle Grenzen zu sprengen. Er ist nach Papst Benedikt XVI. "das tiefste Problem unserer Zeit". Alles scheint gleich gültig zu sein, wodurch die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.
Als 1686 der Grundstein der Stiftskirche gelegt wurde, stand die Aufklärung schon im Horizont. Warum hat man trotzdem an dem Bauvorhaben festgehalten?
Im Bau der Kirche und der Klosteranlage konzentrierte man alle Kraft, um in den Wirren und Verwirrungen der Zeit die alles umfassende Botschaft des Glaubens in voller Schönheit darzustellen. Der sakrale Baustil des Barock vermittelt eine universale Glaubens-, Welt- und Menschensicht, die in Stein, Stuck, Malerei und Licht zum Ausdruck kommt. Sie will dem Menschen Orientierung und Hoffnung geben.
Die Marchtaler Stiftskirche ist ein Kosmos in sich, der ganz auf die Feier der Liturgie ausgerichtet ist. Eucharistie heißt Danksagung. Um Dank zu sagen, werden die ganze Schöpfung, das persönliche Geschenk des Lebens, vor allem aber die Berufung des Menschen zur vollen Lebensgemeinschaft mit Gott einbezogen.

Nicht die Aufklärung, sondern Gott selbst ist das wahre Licht, das symbolisch den Kirchenraum durchflutet. Der Raum kennt nur eine Farbe: das Weiß, das zum Träger des Lichtes wird. Im Licht der Offenbarung erscheint die sichtbare und unsichtbare Schöpfung, die in der Stiftskirche durch den Stuck mit einer Vielzahl von Arkantusranken, Frucht- und Lorbeerkränzen, Menschen und Engelsköpfen repräsentiert wird. Himmel und Erde vereinigen sich zum Dank. Man fühlt sich an den großen Theologen Maximus Confessor erinnert, der im 7. Jahrhundert schrieb: "In der Tat: die ganze geistige Welt erscheint geheimnisvoll in bedeutenden Sinngestalten durch die ganze sinnliche Welt ausgedrückt für die, denen es gegeben ist, zu sehen; und die ganze sinnliche Welt wohnt der ganzen geistigen ein ... ." [3]
Im Chor erscheint ein Fruchtkranz mit dem Monogramm IHS: Jesus Hominum Salvator (Jesus Retter der Menschen). Diese Symbolik entspricht der Aussage des Johannesevangelium: "Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wandelt nicht im Finstern, sondern wird das Licht des Lebens haben" (Joh 8,12).
In dieser "kosmischen Liturgie" kommt der Orgel eine nicht zu überschätzende Bedeutung zu. Was wäre eine stumme Welt - ohne Ton, Klang und Musik? Sie wäre eine tote Welt, ohne Kommunikation und Sprache, ohne den Gesang der Vögel und die Laute von Wind und Meer.
Die Orgel ist die "Königin der Instrumente". Kein anderes Instrument verfügt über einen so extremen Tonumfang und eine solche Klangvielfalt. In der "kosmischen Liturgie" holt sie die Klangfarben und die Musik der Schöpfung in den lichtdurchfluteten liturgischen Raum und gibt der Feier der Liturgie in der Harmonie und Transzendenz des Raumes einen erhebenden Ausdruck, der den Himmel ersehnt.
In der Zusammenfassung seiner Untersuchungen zum Werk von Johann Nepomuk Holzhey schreibt Ulrich Höflacher: "Der Meister galt zu Lebzeiten als 'berühmtester Orgelmacher' in Schwaben und zählt zu den Großmeistern im 18. Jahrhundert in Süddeutschland. Seine Bedeutung liegt vor allem in der Ausbildung eines ausgeprägten Personalstils, der süddeutsche und französische Orgelbautradition in individueller Weise verband und so Instrumente entstehen ließ, die in ihrer klanglichen Vielgestaltigkeit zu jener Zeit in Süddeutschland einmalig waren". [4]
Für die erfolgte Restaurierung ist dies eine weitere Empfehlung, welche auch die Bedeutung der Orgel im Gesamt der Kirche unterstreicht.

Erst die Rückführung der Marchtaler Orgel in ihre ursprüngliche Klanggestalt gibt ihr ihren Ort im Ganzen der Komposition des Kirchenraumes und seiner Botschaft zurück. Die Epoche des Barock gehört der Vergangenheit an. Ihr Bemühen um Orientierung und Ganzheit überdauert die Zeit und ist ein Vorbild und eine Herausforderung für heute.

gez.
Heinrich Böckerstette
Gammertingen, 28.05.2006

[1] Zitiert nach: Ulrich Höflacher: Johann Nepomuk Holzhey. Ein oberschwäbischer Orgelbauer, Ravensburg 1987, S. 46
[2] Friedrich von Walter: Kurze Geschichte von dem Prämonstratenserstifte Obermarchtal, in: Aus der Geschichte des Klosters Obermarchtal, hrsg. vom Geschichtsverein Raum Munderkingen, Bad Buchau 1985, S. 407
[3] Übersetzt von Hans Urs von Balthasar, in:Hans Urs von Balthasar: Kosmische Liturgie. Das Weltbild Maximus' des Bekenners, Einsiedeln 1988, S.374
[4] Ulrich Höflacher: Johann Nepomuk Holzhey, a.a.O. S. 155






Die Vollendung der Restaurierung

Am 7. Oktober hat Bischof Dr. Gebhard Fürst in einem feierlichen Gottesdienst die restaurierte Hauptorgel des Münsters zu Obermarchtal ihrer Bestimmung übergeben. Mit dieser Orgelweihe fand die umfangreiche Restaurierung, der ursprünglich in der Zeit zwischen 1778 und 1784 von Johann Nepomuk Holzhey erstellten Orgel, ihren Abschluss. Die Restaurierungsarbeiten lagen in den Händen der Neubulacher Orgelbaufirma Johannes Rohlf.

Johannes Mayr, Domorganist in Stuttgart St. Eberhard, hatte die Ehre und übernahm die Aufgabe, Holzheys wiedergewonnene Klangwelten erstmals zu präsentieren. Warum Holzhey (Ottobeuren, 1741-1809)  auch "Schwabens berühmtester Orgelbauer" genannt wird, wurde von J. Mayr emphatisch hörbar gemacht. Die enorme Farbenvielfalt des Instruments konnte in den zahlreichen Improvisationen (Stil "Klassik"), in oberschwäbischer Orgelliteratur sowie in den zahlreichen Orgelsoli der Missa in C von Franz Xaver Schnizer bewundert werden. Gesungen wurde Schnizers Messe von den beiden Kirchenchören St. Michael, Ehingen und St. Peter u. Paul, Obermarchtal. Die Gesamtleitung hatte Wolfgang Gentner. Das Weihekonzert gestaltete Prof. Ludger Lohmann und demonstrierte mit Werken von Bach, Mozart, Rinck und Mendelssohn, eindrücklich, welche Poesie, Dynamik und Majestät im Werk Holzheys beheimatet ist. Daneben gaben zahlreiche Führungen die Chance das Instrument aus nächster Nähe ins Visier zu nehmen. Auch bot die anschließende Festwoche mit den Interpreten Michael Radulescu, Franz Raml und Volker Linz reichlich Gelegenheit, die restaurierte Orgel innerhalb von Litugie und Konzert neu zu erleben.

Die Obermarchtaler Hauptorgel war Holzheys erstes Instrument mit drei Manualen, bestehend aus 41 Registern. Einige Jahre darauf baute er in Ravensburg-Weißenau ein "Zwillingsinstrument", das sich nur in einem Register unterscheidet. Die Obermarchtaler Orgel gilt, und galt bereits im 18. Jhd., als ein Meisterwerk, das klanglich weit über die Barockzeit hinausscheint und das auch die Gabe hat, beispielsweise die Musik Mendelssohns aussagekräftig wiedergeben zu können.

Um die, nicht nur wegen des vorhandenen Anobienbefalls zwingend notwendig gewordene Generalrestaurierung in Angriff zu nehmen und auch erfolgreich zum Abschluss zu bringen, war es unabdingbar, alle verfügbaren Kräfte zu bündeln, um so den anstehenden fachlichen und finanziellen Herausforderungen gewachsen zu sein. Im Zuge der Vorbereitung der Sanierung, die im Jahr 2001 ihren konkreten Anfang nahm, wurden daher folgende Gremien ins Leben gerufen: Fachkommission (2001), Orgelbauverein (2002), Kuratorium (2004). Alle Beteiligte, Initiatoren, Macher, Fachpersonal und Spender haben durch ihr großherziges Engagement dazu beigetragen, dass nach über einem Jahrzehnt der Anstrengung, Holzheys außergewöhnliches Kulturdenkmal uns nun wieder erfreuen kann.

Im Laufe der Geschichte fanden am Obermarchtaler Instrument immer wieder Eingriffe unterschiedlichster Art statt. Dazu gehörten einfache Reparaturen, bis hin zu Maßnahmen, welche dem jeweiligen Zeitgeschmack geschuldet waren und Holzheys klangliche Konzeption schließlich rigoros zerstörten. Insbesondere die "Renovierung" in den 60er Jahren vernichtete viel Originalsubstanz, die nur durch ausführliche Quellenforschung und akribische Untersuchungen wieder in Erfahrung zu bringen war. Glücklicherweise hinterließ Holzhey Originalinstrumente, die gut erhalten sind und die sich bei den Recherchearbeiten um die Obermarchtaler Orgel als sehr hilfreich erwiesen.

Den ersten Anstoß, Holzheys Instrument in Obermarchtal restaurieren zu lassen, gab Prof. Bernhard Ader, ehemaliger Orgelsachverständiger der Diözese Rottenburg- Stuttgart, in seinem 1993 verfassten Bericht, indem er feststellt: "Die Hauptorgel auf der Westempore, eines unserer wertvollsten und wichtigsten Instrumente überhaupt (...) sollte unbedingt restauriert werden. Nach einer ?Instandsetzung? im Jahre 1936 (...) folgte in den Jahren 1958 - 1961 eine ?Restaurierung?, die (...) unter Aufsicht des Landesdenkmalamtes(!) ausgeführt wurde. Die letztgenannten Maßnahmen als ?Restaurierung? bezeichnen zu wollen wäre allerdings völlig verfehlt, denn im Grunde geschah das Gegenteil: Wertvolle Originalsubstanz wurde sinnlos zerstört und durch fragwürdige ?moderne? Materialien und Bauweisen ersetzt.(...) Es wäre an der Zeit, möglichst bald, vielleicht im Lauf der nächsten Jahre, die Initiative zu einer echten Restaurierung im Sinne einer verantwortungsvollen Denkmalpflege zu ergreifen." 

Wesentliche Aufgabe der Restaurierung war, Holzheys Orgelkonstruktion im Detail zu erforschen und möglichst originalgetreu zu rekonstruieren, nicht zuletzt, weil die orgelbauerische Konstruktion immer eine klangprägende Wirkung hat und Grundlage ist, für das Aufspüren verlorengegangener Klänge.

Der Restaurierungs-Maßnahmenkatalog war umfangreich und veranschlagte insgesamt mehr als 15.500 Arbeitsstunden. Hauptsächlich floss diese Arbeit in die Wiederherstellung
- der Balganlage (auf Kirchenbühne stehend),
- der Windführungen von den Bälgen zu den Windladen und von den Laden zum Pfeifenwerk,
- des ursprünglichen Zustandes der Windladen,
- des labialen Pfeifenwerks, das mit Ausnahme der Prospektpfeifen weitgehend original erhalten war,
- des lingualen Pfeifenwerks, das gänzlich abhanden gekommen war  (7 Register),
- des Spieltischs mit den Klaviaturen, von dem nur Gehäuseteile erhalten waren,
- der Traktur, die in wenigen Einzelteilen vorhanden war, und
- der Registermechanik, die weitgehend original erhalten ist.

Daneben legte die Landesdenkmalpflege besonderen Wert darauf, die handbetriebene Balganlage der Fa. Späth aus dem Jahre 1895 zu erhalten. Diese kann nun alternativ zur neu rekonstruierten Keilbalganlage betrieben werden.

Doch konnten nicht alle Widersprüche zwischen Befund am Instrument und vorliegenden Quellen geklärt werden. Als nicht eindeutig gilt
- die Anzahl der Pfeifenreihen von Cornetbass
- die Anzahl der Züge der Vox Humana
- die Anzahl der Züge der Schiebekoppel
- die Ausführung der Türen des Echowerks
Daneben müssen einzelne Bereiche der Intonation als eine Annäherung zum Original hin verstanden werden.


Die Disposition wurde wieder in die Ursprünglichkeit (41 Register) zurückgeführt und setzt sich wie folgt zusammen:

I. Hauptwerk C - f3
1. Praestant 16'
2. Principal 8'
3. Mixtur 6f. 2'
4. Sexquialter 3f. 3'
5. Superoctav 2'
6. Nazard 3'
7. Octav 4'
8. Flöten 4'
9. Gamba 8'
10. Quintaden 8'
11. Viola 8'
12. Copel 8'
13. Cornet 3f. 3'
14. Trompet 8'
15. Claron 4'

II. Positiv C - f 3
16. Principal 8'
17. Cimbal 5f. 2'
18. Hörnle 2f. 2? + 1 3/5'
19. Quint 3'
20. Octav 4'
21. Holflöten 4'
22. Siflöt 2'
23. Salicional 8'
24. Rohrflöten 8'
25. Unda maris 8'
26. Flautravers 8'
27. Fagott Baß 8'
28. Hautbois Disk. 8'


III. Echo C - f3
29. Vox humana 8'
30. Cromorne Baß 8'
31. Schalmei Diskant 8'
32. Cornet Resi 4f. 4'
33. Flageolet 2'
34. Spizflöten 4'
35. Dulciana 8'
36. Nachthorn 8'

Pedal C - d1
37. Violonbaß 8'
38. Cornetbaß 5f. 4'
39. Octavbaß 8'
40. Subbaß 16'
41. Bompard 16'
42. Trompet 8'
43. Claron 4'

Koppelzüge
- Tuttibaß (I/P)
- Positiv - Cupl (II/I) Schiebekoppel als Doppelzug
- Echo - Cupl (III/I)

Nebenzug
- Tremulant Echo


Die Farbfassung des originalen Rokokko-Orgelgehäuses in rot-grauer Marmorierung,
stammend aus dem Jahre 1961, blieb erhalten und wurde retouchiert.

Mit der jetzt abgeschlossenen Orgelrestaurierung wurde Holzheys legendäres Klangdenkmal, im Sinne einer Annährung durch rekonstruierende Maßnahmen, wiederbelebt und der Gesamtanlage des ehemaligen Prämonstratenserklosters Obermarchtal damit ein wesentlicher Baustein zurückgegeben.

 











CD - Mozart auf der Orgel - Ludger Lohmann an der Holzhey-Orgel im Münster Obermarchtal.


Die CD dokumentiert eindrücklich die Klanglichkeit der Obermarchtaler Holzhey-Orgel nach Renovierungsabschluss. Dasselbe Programm wurde von Ludger Lohmann ebenso 2006 vor der Restaurierung für eine Benefiz-CD eingespielt. Anhand der nun beiden vorliegenden Aufnahmen kann nachvollzogen werden, wie groß die klanglichen Unterschiede sind. Das in den Jahren 1778-80 erbaute Orgel kann jetzt wieder als eine typische Vertreterin des süddeutschen Orgelbaus der Mozart-Zeit wahrgenommen werden.

Inhalt der CD:
- Adagio und Fuge c-Moll KV 546
- Adagio h-Moll KV 540
- Leipziger Gigue G-Dur KV 574
- Allegro und Fuge g-Moll KV 312 und 401
- Choralbearbeitung "Ach Gott, vom Himmel sieh darein" (aus der "Zauberflöte" KV 
   620, Auftritt der Geharnischten)
- Fuge aus dem Kyrie des Requiem KV 626

  Drei Stücke für ein" Orgelwerk in einer Uhr":
- Ein Andante für eine Walze in eine kleine Orgel F-Dur KV 616
- Ein Stück für ein Orgelwerk in einer Uhr f-Moll KV 594
- Ein Orgel Stück für eine Uhr (Fantasie f-Moll) KV 608

Die Werke sind im Booklet ausführlich beschreiben. Ebenso sind die Registrierungen zu den einzelnen Stücken aufgeführt.

Motette CD 13961
 


Letzte Aktualisierung: 28.6.2016, 09:12 Uhr